Bio-Wein

Schon mit dem bloßen Auge kann man einen “biologischen” Weinberg von einem konventionell bewirtschafteten unterschieden: Auf einem konventionellen Weinberg wächst nichts anderes als Rebstöcke, das kleinste Kraut wird vernichtet. Der biologisch bearbeitete Weinberg “lebt”, denn der Winzer verzichtet auf synthetische Spritzmittel wie Herbizide, Fungizide und Insektizide. Er fördeert das Wachstum anderer Pflanzen sogar, denn dadurch verringert er die Nachteile der Monokultur. Sein Ziel ist sogar “Biodiversität” (davon später mehr).

Brütende Zippammer im Weinberg an der Ahr (Foto: Dr.Stüßer)

Im Weinkeller wird dem Wein nichts zugesetzt mit Ausnahme von Schwefel.
Die meisten Winzer sind Mitglied in bestimmten nationalen Anbauverbänden (in Deutschland zB demeter oder Bioland). Diese Verbände überwachen die Einhaltung der Bestimmungen, die strenger sind als EU-Normen.

Warum arbeiten Winzer ökologisch? Typisch sind die Erfahrungen der Fasoli-Brüder in Venetien. Beide Eltern haben eine Allergie gegen

Pflanzenschutzmittel entwickelt und sind früh an Krebs gestorben. Ein Olivenbauer in Ligurien erzählte mir einmal, seine Eltern seien auch an Krebs gestorben, seitdem spritze er seine Bäume nicht mehr. Solche und ähnliche Erfahrungen machen aus einem konventionell wirtschaftenden Bauern einen Öko-Bauern.

Warum ist Biowein teurer?
Das liegt an der Bewirtschaftungsweise. Ein guter Winzer holt nicht das letzte raus aus seinem Weinberg, Qualität bedeutet Beschränkung, der Aufwand ist größer, der Ertrag geringer.
Teurer ist Biowein übrigens nur in dem Preissegment bis 10 €, bei höheren Preisen kann ich keine Unterschiede feststellen, und billigen Wein sollte man sowieso nicht trinken, weil das Leben einfach zu kurz ist (Goethe).