Weinprobe am 22.10.2016 (reserviert)

Bordeaux-Weinprobe 22.10.2016

1. Chateau Mille Roses Haut Medoc 2013

Das Chateaux:

In Macau nahe von Mar­gaux liegt das kleine Weingut von David und Sophie Faure, ein kleiner, feiner Familienbetrieb mit blumigem Namen: Château Mille Roses. Das Weingut und seine Wein­berge grenzen un­mittelbar an die renommierten Crus Classés Giscours und Cantemerle. Das Winzer­paar sieht sich als Diener der Natur: was diese voll­bracht hat, opti­mal zur Geltung zu bringen. Ihr Haut-Médoc bezaubert mit fülligem Charme in einer Assemblage von ungefähr gleichen Teilen Ca­bernet Sauvignon und Merlot, unterstützt von etwas Petit Verdot. Reintönige Waldbeerenfrucht und ein solides, edles Tanningerüst sorgen für Bordeaux-Klassilk und grosses Trinkvergnügen – dies bereits in jungen Jahren.

(https://www.martel.ch/shop/frankreich-bordeaux-chateau-mille-roses-mlr1711.html)

Es wäre interessant, die Gründe für die Duplizität eines Chateau in zwei verschiedenen Appellatio­nen auf ihre Ursprünge im Namen “Mille Roses” zu suchen, denn “Chateau Mille Roses” ist quasi redundant mit Weinen aus der Appellation Haut-Médoc und auch aus Margaux. Im Jahr 1999 ent­schied sich David Faure, das von den Eltern geerbte Gebäude in Macau, unweit der befreundeten Weingüter Chateau Cambon La Pelouse und Clos du Jaugueyron, als Mittelpunkt eines veritablen neuen Kleinods in dem an Weingütern nicht armen südlichen Haut-Medoc, dort wo es nicht weit nach Margaux ist, zu übernehmen. Der Name Mille Roses ist so etwas wie eine Hommage an den Rosengarten seiner Mutter.

Was in 1999 mit 0,5ha begann, hat in der Zwischenzeit seine Zielgröße von 9,5ha Rebland, das zu etwa gleichen Teilen mit Cabernet Sauvignon und Merlot und etwa 13% Petit Verdot bepflanzt ist, erreicht. Es werden jährlich etwa 15.000 Flaschen eines in seiner Jugend nicht selten etwas reduk­tiven, fleischigen, dominant rotbeerigen, sehr gut balancierten Haut-Medoc abgefüllt, bei Erträgen von meist um 25hl/ha. Wie bei einigen anderen Weingütern, deren Ursprünge noch nicht so weit in die Vergangenheit hineinragen, wird die weitere Verwurzelung der Reben in den Böden eine präzi­sere Definition des entsprechenden Terroirs erlauben. Mit dem Jahrgang 2013 wird die Zertifizie­rung als biologisch angebauter Wein erfolgen. (http://www.aux-fins-gourmets.de/weingueter/cha­teau-mille-roses.html)

Der Wein:

Une couleur grenat moyennement intense mais avec de belles nuances très violacées, le vin est particulièrement brillant. Au nez on distingue des notes fruitées marquées, assez originales de type exotique mais aussi amande amère du fait de l’élevage qui bien sûr n’est pas encore fondu.. La bouche est chaude, ronde et fraîche, bref, un bel équilibre ! Une finale “pâtissière”, beurrée, avec des notes de poivre, d’épices. Pour l’instant il doit “digérer” un peu son bois… A attendre 2 ans minimum. (http://www.chateaumilleroses.com/fr/haut-medoc/23-haut-medoc-2013.html)

  1. Chateau Mille Roses Margaux 2013

    Der Wein:

La robe grenat est assez soutenue à reflets mauves. Vin très brillant. Notes de guimauve, notes grillées et végétales. Alcool de framboise. Vin tendu, les tanins manquent encore d’enrobage. Le boisé domine nettement avec des notes de caramel et de vanille. Attendre au moins deux ans pour que le vin s’étire en longueur et prenne le gras qu’il lui manque. (http://www.chateaumilleroses.­com/fr/margaux/25-margaux-2013.html)

  1. Clos du Jauguyeron AOC Haut Medoc

Das Chateaux:

Michel Theron heißt der sympathische Eigentümer von Clos du Jauguyeron. Die Geschichte dieser Domaine reicht bis in das Jahr 1898 zurück, er übernahm das Weingut 1993 mit einer Größe von gerade einmal 2ha. Im Jahr 2006 konnte Michel Theron eine weitere, qualitativ sehr gute 3 Hektar große Parzelle zwischen Chateau Cambon la Pelouse und Chateau Cantemerle dazupachten, die, wie auch das Weingut selbst, auf traditionelle Art ohne den Einsatz von Unkrautvernichtungsmittel bewirtschaftet wurde. Die Qualität der Weine ist beeindruckend, selektive Handlese in kleinen Bo­xen, Entrappen der Trauben ohne Quetschen, Fermentation der ganzen Beeren für ca. 8 Tage in Zement- und Edelstahltanks verschiedener Größen, Mazeration für 3-4 Wochen, malolaktische Gärung zum Großteil in Barriques – er setzt alles daran, um qualitativ ganz oben mitspielen zu kön­nen. Dabei achtet Michel Theron auch auf minimalen Einsatz von Schwefel. Der Ausbau erfolgt für 12 Monate in Barriques, von denen jedes Jahr ca. 40 % erneuert werden. Die Abfüllung erfolgt nach Eiweißschönung und leichter Filtration. Die Grundlage der Qualität liegt jedoch in den Wein­bergen und dem perfekt drainierten Kiesboden. Die Rebsorten verteilen sich auf 60 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot und jeweils ca. 5 % Cabernet Franc und Petit Verdot. Darüber hinaus wer­den die Erträge einer winzigen Parzelle, die 1898 mit Carmenere, Malbec und anderen unbekann­ten Sorten gepflanzt wurde, mit verwendet. Das Durchschnittsalter der Reben beträgt 35 Jahre. In­spiriert von den alten Gebäuden der Region errichtet Theron einen neuen, funktionellen, natürlich klimatisierten Keller. Durch den Einsatz von ausschließlich natürlichen Materialien wie Ziegel, Kalk und Eiche fügt sich das Gebäude perfekt und harmonisch in die waldreiche Umgebung ein. Der Ein-Mann-Betrieb Clos du Jauguyeron ist nur durch den hohen Einsatz und die Liebe Michel The­rons zu den Reben und zum Wein überhaupt möglich. Er achtet auf jedes Detail, und das merkt man den Weinen auch an. Sie zeichnen sich durch Eleganz, guter Konzentration, feinen, ge­schmeidigen Tanninen und einer bereits in der Jugend schönen Zugänglichkeit aus. Zahlreiche Auszeichnungen sowie neuerdings auch hohe Bewertungen von Parker und Gabriel bestätigen die gute Arbeit. (http://www.subskription-bordeaux.de/chateau-clos-du-jaugueyron–margaux-2015.htm)

Der Wein:

Diese hervorragende Komposition aus dem Haut-Médoc besteht über­wiegend aus Cabernet Sau­vignon und Merlot, dazu kommt ein kleiner Anteil Petit Verdot. Bordeaux-Kenner René Gabriel schreibt dem Clos du Jaugueyron Haut-Médoc folgende Eigenschaften zu: „Frische Cabern­etnote, Cassis, Brombeerstauden. Wunderschön saftig, Kruste von schwarzem Brot, Lakritze, geniale Ausgeglichenheit, elegantes, an­genehmes Finale.“ Der Wein reifte 12 Monate im Eichenfass, wobei 30% neue Fässer zum Einsatz kamen. Ein fri­scher, dynamischer Wein und erneut eine außergewöhnliche Kreation des Winzers Michel Théron. (http://www.vineshop24.de/Weine-aus-aller-Welt/Frankreich/Bordeaux/Clos-du-Jauguey­ron-Haut-Medoc.html?gclid=CI3U9u-Ar84CFUKVGwod7hsDmQ)

  1. Chateaux La Fleur Morange, St. Emilion Grand Cru, Cuvée Mathilde 2012

Das Chateaux:

Chateau La Fleur Morange ist ein schönes Beispiel dafür, wie ungemein jugendlich hohes Alter sein kann. Was wie ein Oxymoron klingt, ist aber nichts anderes als eine der Grundbedingungen der Wesensvertiefung durch Reifung.

 Chateau La Fleur Morange ist die Geschichte des Schreiners Jean-Francois Julien, der, als er Ve­ronique, die von zu Hause aus ein kleines Rebareal, dessen Erträge an die örtliche Cooperative gingen, ehelichte, zum Winzer wurde. Und nicht zu irgendeinem Winzer mit einem winzigen Wein­berg. Schnell erkannte er, dass, wie wir heute sagen würden, das “USP” der Reben in ihrem sa­genhaften Alter, das mehr als ein Jahrhundert umfasst, liegt.

Chateau La Fleur Morange ist im Wortsinne ein Kondensat seines einzigartigen Terroirs und wird mit einem schier unglaublichen Arbeitsaufwand bei der Ernte und an den Sortiertischen auf die Flasche gebracht. Anders als mancher namhafte Verkoster halte ich gerade die mittleren Jahrgän­ge von Chateau La Fleur Morange, denen der Glanz der Superlative so ganz abgeht, für einen ein­zigartigen Ausweis des Reichtums natürlicher Selektion, der in Alterungsprozessen seine Ursache hat. Überdies werfen Weine wie dieser die Frage auf, was wir eigentlich unter einem klassischen Bordeaux zu verstehen haben.

 Chateau La Fleur Morange “Mathilde” ist etwas für diejenigen, die entweder ungern auf Reife war­ten, oder vielleicht auch keinen Keller zum Lagern haben: er ist mit dem “Sortie” trinkfertig und soll­te in den ersten 6-8Jahren nach der Abfüllung getrunken werden. Mitnichten ist die Mathilde ein Zweitwein, der zum “Einsteigerpreis” das Erlebnis “Fleur Morange” abgespeckt bietet. (http://ww­w.aux-fins-gourmets.de/weingueter/chateau-la-fleur-morange.html)

Der Wein

Die Cuvée Mathilde von Château La Fleur Morange ist eine jener mo­dernen Bordeauxinterpretatio­nen, die vor allem eins können: die Sin­ne des Verkosters in den Bann leidenschaftlicher Hingabe ziehen. Wer Freude an klarer, rotbeeriger, saftig-fleischiger, nie überladener, mit feiner Würze un­terlegter Frucht hat, der sollte diesen Wein einmal probieren, um sagen zu können: „was für eine Freude es ist, diesen Wein zu trinken!“ Die Mengen sind äußerst begrenzt. (http://ww­w.aux-fins-gourmets.de/flaschenformate/eintel/chateau-la-fleur-morange-cuvee-mathilde-2012.html)

“The more expensive cuvee, the 2012 La Fleur Morange, is the more serious of the siblings. Broo­dingly dark ruby/purple, with more cassis, black raspberry, earth and spice, it is medium to full-bo­died, ripe, pure, nicely textured and long. This is consistently a top ef­fort and ideal for drinking ear­ly on or cellaring for 10-12 years. It is a blend of 70% Merlot and 30% Cabernet Franc from 80-year-old vines cropped at a lowly 25 hectoliters per hectare.”

In total contrast is the 2012 La Fleur Morange. This sensational effort exhibits an inky/blue/purple color as well as a sumptuous bouquet of blueberry jam, creme de cassis, incense and camphor as well as a touch of background oak (the wine is aged in 100% new French barrels). Full-bodied and long with ripe tannin, this impressive 2012 should drink well for 15+ years. Another exclusivity of Jeffrey M. Davies Signature Selections, this excellent estate produces an early-bottled cuvee from 100% Merlot called Mathilde. From a 5-acre parcel of 80-year-old vines cropped at 25 hectoliters per hectare, it is a blend of 70% Merlot and 30% Cabernet Franc that reached 14.5% natural alco­hol. (http://www.c-und-d.de/Bordeaux-Saint-Emilion/Chateau-La-Fleur-Morange-2012-Grand-Cru-St-Emilion_57286.html)

  1. Chateaux Clos Puy Arnaud 2005

Das Chateaux:

Thierry Valette, ein ehemaliger Künstler und Tänzer, ist einer der vielen Quereinsteiger in der Weinbranche. Er absolvierte jedoch ein Önologie Studi­um und arbeitete mit Chateau Tertre Rote­boeuf und Chateau Pavie auf zwei absoluten Spitzengütern, nahm also seinen Wechsel sehr ernst. Im Jahr 2000 übernahm er das 12 ha große Cotes de Castillon Chateau Clos Puy Ar­naud mit al­tem Rebbestand und erstklassigen Kalk-Lehm Böden. Als einer der wenigen Winzer in Bordeaux verwendet er Carmenere in seiner Cuvee mit einem Anteil von 2 %. Die wichtigste Rebsorte ist mit 65% jedoch Merlot, gefolgt von 30 % Cabernet Franc und 3 % Cabernet Sauvignon. Bereits im Jahr 2004 stellte Thier­ry Valette auf den BIOLOGISCH-DYNAMISCHEN WEINBAU um. Die sanfte Arbeitsweise setzt sich fort, etwa bei der Handlese mit strenger Traubenselektion, bei der Vergä­rung mit den natürli­chen Hefen oder dem Verzicht auf den Einsatz von Pumpen, Valette nutzt, wo immer möglich, die Schwerkraft. Der Ausbau erfolgt in Barriques, wovon ein Drittel alljährlich er­neuert werden. Thierry Valette hat Clos Puy Arnaud innerhalb von weniger als 10 Jahren an die Spitze der Region geführt, so daß das Gut heute erstklassige, stoffige, fruchtintensive und struktu­rierte Weine zu einem sehr fairen Preis produziert.

(https://www.ungerweine.de/chateau_clos_puy_arnaud_wein.htm)

Der Wein:

R. Parker: „…it is still A TERRIFIC WINE. Revealing plenty of crushed rock/mineral characteristics along with hints of black cherries, intense fruit, and a beautiful mouthfeel, this dense ruby/pur­ple-tinged effort should drink well for 7-8 years.”

(https://www.ungerweine.de/chateau_clos_puy_arnaud_wein.htm)

  1. Clos Louie 2011 AOC Cotes de Castillon

Das Chateaux:

Pascal Lucin, renommierter Önologe und entscheidender Mann hinter dem St. Emilion Grand Cru ‚Grand Pontet’, tat sich 2001 mit Vincent Rapin von Château ‚Ferrand Lartigue’ zusammen, um an der damals noch reichlich vergessenen Côtes de Castillon nach alten Reben zu forschen. Sie wur­den fündig und produzieren seitdem auf nur 0.86 Hektar ein echtes Juwel des Bordelais, einen raren Museumswein einer Parzelle, die mit teilweise 140 Jahre alten Merlotstöcken, den ältesten des gesamten Bordelais, be­stockt ist, aber auch noch Malbec, Carménère, Cabernet Franc und Caber­net Sauvignon enthält.

Pascal Lucin ist Perfektionist. Er bearbeitet die alten Stöcke, um sie nicht zu verletzten, von Hand mit der Harke und seit zwei Jahren stellt er die Parzelle auf biodynamischen Anbau um. Der Wein, den wir vom ersten Tag an direkt ab Kellerei kaufen, weshalb wir eine gute Zuteilung erhalten, ge­nießt inzwischen magischen Ruf in Bordeaux, bringt er doch eine Ausstrahlung ins Glas, die im technisch dominierten Bordeaux selten geworden ist. Die Gesamtproduktion beträgt nur 3000 Fla­schen. (http://www.weinhalle.de/clos-louie-1.html)

Der Wein:

Sie müssen im Keller nichts tun, der Most vergärt spontan ohne jede »Korrektur« oder Einflußnah­me und ihr Wein des Jahrgangs 2012 steht heute mit ungewöhnlich dunkler Farbe im Glas, duftet süß und reif, ist kerngesund mit natürlichen 13,45 Vol. % Alkohol und einem pH-Wert von 3,6, bei einem freien Schwefel von derzeit 13 mg/l. Eine Freude, ihn zu probieren. Elegant und begeisternd frisch wirkt er gesund und lebendig expressiv in der Dichte im Mundgefühl, intensiv lang klingt er am Gaumen in profunder Länge nach und komplex verströmt er seine Frucht, die eher Würze ist und in der man die unnachahmliche Tiefe und Konzentration der alten Reben spürt. (http://ww­w.weinhalle.de/clos-louie-vieilles-vi­gnes-cotes-de-castillon-fbo12011.html)

Zusammenstellung: Hanns Stüßer